Der Jahreswechsel ist dieser besondere Zeitpunkt zwischen dem alten und dem neuen Jahr. Es ist ein Abschluss und ein Neustart. Viele Menschen nutzen diese besondere Stimmung zum Jahreswechsel und fassen die klassischen Neujahrsvorsätze. Sie wollen abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, einen Sprachkurs machen oder weniger arbeiten und mehr Me-Time genießen.
Wie siehts bei dir aus? Hast du dir auch vorgenommen, etwas zu verändern? Und wenn ja, hast du deine Vorsätze schon umgesetzt? Haben sie noch die gleiche Kraft wie in dem Moment, in dem du sie gefasst hast? Bist du schon in die Umsetzung gekommen oder hast du sie bereits wieder ad acta gelegt?
Vorsätze sind gut, aber zu viele von ihnen werden schnell wieder aufgegeben oder gar nicht erst angepackt. Motivation allein reicht eben nicht aus. Wenn uns all die Dinge, die wir uns vornehmen, wirklich wichtig wären, würden wir ihre Umsetzung nicht auf das neue Jahr schieben. Wir würden sie sofort angehen.
Was sind Vorsätze?
Vorsätze sind Absichten oder Wünsche. Sie entstehen in der Regel aus dem Gefühl heraus, dass etwas in unserem Leben nicht mehr stimmig ist und sich etwas ändern muss. Vorsätze zeigen uns, wo es hakt, doch sie sind eher eine Wunschformulierung als ein konkretes Ziel. Sie sind zu vage formuliert („Ich will abnehmen“), ohne dass wir das „wie“ und das „bis wann“ definiert haben. Wir wünschen uns also etwas, ohne dabei konkret zu werden.
Warum Vorsätze scheitern
-> Zu vage formuliert
„Ich will abnehmen“ ist sehr allgemein gehaltener Wunsch und hat dadurch nicht genug Gewichtung. Wenn wir unsere Wünsche so allgemein halten, haben wir unseren Vorsatz bereits erfüllt, auch wenn wir nur ein einziges Kilo abgenommen haben (auch wenn es vielleicht eher 15 sein sollten). Durch diese vage Formulierung können wir also selbst die Grenze der Erreichung so hin- und herschieben, wie wir wollen. Und da wir eher bequeme Lebewesen sind, verschieben wir die Grenze so, dass der Vorsatz leicht und bequem zu erreichen ist.
-> Eigentlich wollen wir etwas anderes
Wenn wir uns vornehmen, eine neue Sprache zu lernen, Gewicht zu verlieren oder weniger zu arbeiten, ist das oftmals gar nicht das eigentliche Ziel. In der Regel steht hinter jedem Wunsch nach Veränderung ein Gefühl. Wir wollen im Urlaub nicht mehr das Gefühl haben, über den Tisch gezogen zu werden, weil wir die Sprache nicht sprechen. Wir wollen uns attraktiv fühlen und wieder in unser Lieblingsoutfit passen, in dem wir früher so viele Komplimente bekommen haben. Wir wollen uns nach der Arbeit nicht mehr so müde und erschöpf fühlen, sondern wieder mehr Energie haben, um mit unseren Kindern zu spielen oder etwas mit Freunden zu unternehmen.
-> Kein triftiger Grund
Wenn wir unsere Vorsätze nicht umsetzen, fehlt uns oftmals das „Warum“. Wir können uns vornehmen, mehr Sport zu machen und uns besser zu ernähren, aber wenn wir nicht wissen, warum wir das tun, fehlt unserem Vorsatz die Bedeutung oder der Sinn und damit auch die Motivation. Welche positiven Konsequenzen hat es denn ganz konkret für uns, wenn wir wieder regelmäßig Sport machen und uns besser ernähren? Was können wir dann (wieder) tun? Was fällt uns dadurch leichter? Was bleibt uns dadurch erspart? Was würde sich verändern, wenn ich es erreiche? Wenn wir ein starkes „warum“ haben, stimmt das Kosten-Nutzen-Verhältnis und wir sind auch bereit, den Preis zu zahlen.
-> Der Preis ist zu hoch
Veränderung ist anstrengend, macht selten Spaß und benötigt viel Zeit (viele Wiederholungen). Wir reden uns daher auch oft ein, dass die 15 Kilo Übergewicht ja auch gar nicht so schlimm sind. Und wozu eine neue Sprache lernen, wenn es so viele großartige Übersetzungstools gibt.
Wir Menschen wollen gerne sofort oder zumindest sehr zeitnah für unsere Bemühungen belohnt werden. Wenn wir 3 Wochen lang auf die Ernährung geachtet und viel Sport gemacht haben, wollen wir auch Resultate sehen. Natürlich wissen wir, dass das ganze Zeit braucht und wir am Ball bleiben müssen, wenn wir langfristige Ergebnisse sehen wollen, aber oft verlässt uns die Motivation und die Disziplin, bevor es so weit ist. Die „Kosten-Nutzen-Rechnung“ geht für uns nicht auf und wir fallen in alte Gewohnheiten zurück.
-> Nicht dein Vorsatz
Auch wenn unsere Vorsätze nicht aus unserem tiefsten Inneren kommen, sondern als Aufforderung von außen an uns herangetragen werden, sind sie meist zum Scheitern verurteilt. Auch das Gefühl, mitziehen zu müssen, weil es ja alle machen, sorgt oft dafür, dass wir das Umsetzen unserer Vorsätze nicht durchhalten. Vielleicht hat uns unser Hausarzt gesagt, dass wir mit dem Rauchen aufhören sollen, doch eine Zigarette entspannt uns und wir genießen die Raucherpausen mit den Kollegen sehr (auch wenn wir natürlich wissen, dass Rauchen uns langfristig schadet). Vielleicht haben wir absolut keine Freude an Sport, doch weil alle unsere Freunde mehrmals die Woche zum Sport gehen, haben wir das Gefühl, es auch tun zu müssen.
Was brauchen wir stattdessen, um unsere Vorsätze auch umzusetzen?
-> Ein neues Wording
Deinen Vorsatz in ein „Ziel“ umzubenennen, macht einen riesen Unterschied. Ein Ziel hat viel mehr Gewichtung, weil es konkret ist. Es ist eine bewusste Entscheidung, die Richtung, Sinn und Umsetzung kennt. Ein Ziel ist also wie ein Vorsatz, der zu Ende gedacht wurde. Ein Ziel sagt: „Ich weiß, was ich will, warum ich das will und wie ich beginne.“
-> Klarheit schaffen
Wenn du in Bezug auf deinen Vorsatz noch nicht ins Handeln gekommen bist oder diesen bereits wieder ad acta gelegt hast, solltest du dir folgende Fragen stellen.
– Habe ich einen Vorsatz formuliert oder ein Ziel?
– Was will ich wirklich? (Welches Gefühl steht dahinter?)
– Warum will ich das?
– Bin ich bereit, den Preis zu zahlen?
– Ist das wirklich mein Ziel?
-> Ziele sofort angehen
Wir sollten uns immer wieder bewusst machen, dass wir jeden Tag die Chance haben, unser Leben neu zu gestalten. Wir müssen und sollten nicht auf den Jahreswechsel warten. Am Ende ist dieser auch nur der Übergang von einem Tag in den nächsten. Ja, es hat sich die Jahreszahl verändert, aber was bedeutet das wirklich für die Umsetzung?
Was nun?
Wenn du durch die Fragen beispielsweise festgestellt hast, dass dein Vorsatz gar nicht dein Wunsch war, sondern du diesen nur umsetzen wolltest, weil man es von dir erwartet oder es eben alle machen, streiche diesen Vorsatz. Entferne ihn aus deinen Gedanken oder von deinem Whiteboard. Vergiss ihn einfach. Er gehört nicht zu dir und deinem Leben und darum kannst du ihn mit gutem Gewissen loslassen.
Vielleicht hast du ein ganz anderes Thema, das du wirklich umsetzen willst. Formuliere dann ein ganz konkretes Ziel und triff die Entscheidung, dass du dein Ziel angehst. Damit hast du den ersten und wichtigsten Schritt getan.
Entwickle deinen Aktionsplan. Je nach Ziel kannst du für die Umsetzung beispielsweise das Pareto-Prinzip oder die Eisenhower-Matrix dafür nutzen. Und dann fange einfach an. Nicht erst nächste Woche oder zum Jahreswechsel. Genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Fange an zu recherchieren, schreibe die erste Zeile deines Buches, hole die Sportschuhe aus dem Schrank, mach den Anruf.
Bereit für echte Veränderung?
Wenn du das Thema Ziele noch intensiver angehen möchtest, dir ein erfüllteres Leben wünschst, aber aktuell das Gefühl hast, dass …
- dir etwas Grundlegendes im Leben fehlt,
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